Im Folgenden möchte ich Ihnen gerne eine Zusammenfassung der Innenstadtentwicklung geben. Angefangen hatte alles mit unserem Antrag der CDU Fraktion, in dem ich Anfang 2015 ein Gesamtkonzept für die Innenstadt forderte. Die Grünen hingegen forderten den Bau einer Seniorenwohnanlage auf dem Goers-Gelände und die FDP forderte die Fortführung des Stadtenwicklungsplans 25+, in dem alle Stadtteile einbezogen werden. Der Antragsinhalt der FDP kam unserem allerdings sehr nah, so dass wir uns gut hätten einigen können.
Daraus resultierte dann nach einer hitzigen Diskussion die Idee einer Planungswerkstatt mit sehr guten Ansätzen. Mir ist es wichtig, hier den Verlauf nun noch einmal sachlich darzustellen, weil ich das Gefühl habe, dass die Diskussion um den Landgrafenplatz zu einem Machtspiel der Parteien geworden ist und auf dem Rücken der Bürger und der Zukunft unserer Stadt ausgetragen wird. Wir sollten alle mal ein wenig "Dampf aus dem Kessel lassen" und einen Kompromiss finden, mit dem alle leben können.

Schlussendlich sind wir doch in der glücklichen Situation, dass wir überhaupt unseren Innenstadtplatz neu gestalten dürfen!

Vom Prinzip her, sind sich Bürger, Politik, Verwaltung und Händler doch einig: alle finden den Vorentwurf gut! Nur in einem einzigen Punkt scheiden sich die Geister:

Die Koalitionsparteien FWG, Grüne und SPD sowie die Verwaltung und das Planungsbüro möchten die Schließung des Landgrafenplatzes für den Verkehr sowie den Wegfall von 6 wertvollen Parkplätzen.
Die Oppositionsparteien CDU und FDP hingegen sowie die Bürger und Händler möchten das die Straße offen bleibt, egal ob als Durchgangsverkehr oder Einbahnstraße und möchten die wichtigen Parkplätze erhalten.

Und genau hier sollten wir doch eine Einigung finden, mit der alle leben können.
Beispielsweise eine stark verkehrsberuhigte Durchfahrt, die mit einen Bremshügel beginnt und dazu das gleiche Pflaster wie das des Platzes erhält. So könnten die 6 Parkbuchten erhalten bleiben und es würden durch so einen stark verkehrsberuhigten Teil wirklich nur noch die fahren, die ihre Alltagserledigungen bei unseren so wichtigen Händlern erledigen wollen.

Ich bin in jedem Fall der festen Überzeugung, wir dürfen nicht über den Kopf und den Willen des Bürgers entscheiden. Das steht uns nicht zu! Wir wollten eine Bürgerbeteiligung und die haben wir derzeit mit einer beispiellosen Unterschriftenaktion!

Herzliche Grüße,
Ihre Katja Gehrmann


Hier der Ablauf der Innenstadtentwicklung im Detail:

Stadtverordnetenversammlung am 26.03.2015

Es liegen die drei folgenden Anträge vor, die alle drei zur weiteren Beratung an den Ausschuss für Bau, Umwelt und Verkehr überwiesen wurden.

Der Antrag der Fraktion Bündnis 90/DIE GRÜNEN lautet im Einzelnen wie folgt:
Der Magistrat wird beauftragt, ein Konzept für den Bau einer Seniorenwohnanlage mit ca. 15-20 Wohnungen auf dem Goers-Gelände vorzulegen. Alle Wohnungen sollen mietpreisgebunden sein. Zu prüfen ist, ob die Umsetzung in Eigenregie oder in Zusammenarbeit mit einer Wohnungsbaugesellschaft geschehen soll. Kostenlose öffentliche Parkplätze sollen weiterhin in ausreichender Zahl berücksichtigt werden.

Der Antrag der CDU-Fraktion lautet im Einzelnen wie folgt:
Der Magistrat wird beauftragt, für den Innenstadtbereich ein Gesamtkonzept zu entwickeln. Dieses sollte den Landgrafenplatz, das innerstädtische Grundstück "Goersgelände", welches derzeit als Parkplatz genutzt wird, sowie den Bereich rund um den Landgrafenplatz, also Goers, Landgrafenplatz, Salusklinik, Rathaus und Hugenottenstraße im Bereich bis ev. Kirche (evtl. auch weiter), beinhalten. Das Konzept sollte innerhalb eines Jahres entwickelt werden. Ziel des Gesamtkonzeptes soll es sein, mögliche Nutzungen und bauliche Ausnutzungen sowie Verkehrsführungen im Innenstadtbereich als Grundlage einer innerstädtischen Entwicklung festzulegen.

Der Antrag der FDP-Fraktion lautet im Einzelnen wie folgt:
Der Magistrat wird beauftragt
1. eine Anpassung und Fortentwicklung des Stadtentwicklungskonzepts 25+ zu initiieren, zu moderieren und die sich daraus ergebenden Handlungsschritte zu realisieren. Die Fortschreibung soll ausdrücklich alle Stadtteile zum Gegenstand haben und in der letzten Sitzung der Stadtverordnetenversammlung in 2015 verabschiedet werden. Eine erste Phase soll die Planung einer attraktiven Kernstadt umfassen. Dabei soll der Achse Hugenottenstraße, Landgrafenplatz, Goersgelände, Houiller Patz besondere Beachtung gegeben werden. Für Landgrafenlatz, der bisher keinen echten Platz darstellt, und Goersgelände, das bisher einen trostlosen Anblick bietet und daher seiner Scharnierfunktion nicht gerecht werden kann, sind detaillierte Planungen vorzusehen.
2. Bürger, Vereine, Gewerbetreibende, Jugendvertretung, Ausländerbeirat, Seniorenbeirat und andere Interessengruppen an der Fortentwicklung zu beteiligen. Der Magistrat ist beauftragt, mindestens zwei Konzepte der Bürgerbeteiligung zur Auswahl vorzulegen. In die Überlegungen einzubeziehen sind verstärkte elektronische Bürgerbeteiligung sowie moderne Konzepte der Moderation und Ideengenerierung bei großen Teilnehmerzahlen (Bsp. World Café).

  1. der Stadtverordnetenversammlung für ihre Sitzung am 28. Mai 2015 einen detaillierten Zeitplan zu den vorstehenden Punkten sowie einen groben Zeitplan für die Fortschreibung der übrigen Aspekte des Stadtentwicklungskonzepts, z. B. Nutzung Industriestraße und Stadtteilintegration vorzulegen.
  2. bis zur Stadtverordnetenversammlung im Juli inhaltliche Vorarbeiten zu leisten bzw. in Auftrag zu geben: - Ergänzung der Parkplatzliste http://www.friedrichsdorf.de/marktplatz/parken/parken.php um die durch Baugenehmigungen der Stadt bekannten Parkplätze auf privaten gewerblich genutzten Flächen (Parkplätze von Geschäften, Arztpraxen und Büros) für die Innenstadt (Hugenottenstraße, Prof.-Wagner-Straße, Wilhelmstraße, Houiller Platz, Bahnstraße); - Aktualisierung des bestehenden Leerstandskatasters für Gewerberaum, indem auch die bereits jetzt absehbaren Veränderungen der nächsten Jahre berücksichtigt werden (Bsp. Salusklinik, Sporthalle); - Identifizierung von geplanten und/oder möglichen Nutzungsänderungen bestehender und ggfs. leer stehender Immobilien (z. B. Umnutzungsmöglichkeiten von Salusklinik, „Teefabrik“, etc.); - Bereitstellung einer Übersicht über bestehende öffentliche Grünflächen in der Stadt; - Verkehrsführungsvorschläge für die Innenstadt, z. B. ein Konzept für die Umwandlung der Hugenottenstraße vom Landgrafenplatz bis zur evangelischen Kirche in eine Fußgänger- zone, auch für eine evtl. Sperrung der Friedrich-Ludwig-Jahn-Straße am Landgrafenplatz.

Anmerkungen der Verwaltung zum FDP-Antrag:
Zu 1. bis 3.:
Die Klärung des Fortschreibungsbedarfs für das Stadtentwicklungskonzept „Stadt25+ Friedrichsdorf“ ist durch die Verwaltung bis Mitte 2015 vorgesehen. Hierbei werden auch gegebenen-falls neu aufzunehmende Aspekte/Bereiche betrachtet. Das Stadtentwicklungskonzept stellt einen Rahmen für alle Aspekte einer lebendigen städtischen Entwicklung dar. Ein starrer Generalplan für die nächsten 20 Jahre kann nicht zielführend sein.
Bis zur Stadtverordnetenversammlung am 28. Mai (Redaktionsschluss 5. Mai) kann lediglich ein grober Zeitüberblick zur Fortschreibung gegeben werden. Andere anstehende Projekte wie z.B. Satzungsbeschluss Gewerbepark, Abschluss Rahmenvereinbarung Bahnhof Friedrichsdorf und Planungsbeginn Bebauungsplan ÖKOSiedlung müssten berücksichtigt werden. Die zeitliche Einordnung von Einzelprojekten sollte sinnvollerweise erst im Rahmen der Fortschreibung des Stadtentwicklungskonzepts erfolgen. Eine Fertigstellung der Fortschreibung bis Ende 2015, insbesondere mit einer umfangreichen Bürgerbeteiligung, ist zeitlich nicht realistisch. Für detaillierte Einzelplanungen müssen gesonderte Mittel zur Verfügung gestellt werden. Für Einzelplanungen im öffentlichen Bereich empfehlen sich Wettbewerbsverfahren, um eine hohe städtebauliche Qualität sicher zu stellen. Auf private Grundstücke kann kein direkter, sondern nur beratender, Einfluss genommen werden. Bei einer umfangreichen Fortschreibung wird auch eine Bürgerbeteiligung durchgeführt. Dies muss zeitlich und finanziell berücksichtigt werden.
Zu 4.:
Bei anstehenden Nutzungsänderungen privater Immobilien stehen die Wirtschaftsförderung und das Stadtplanungsamt den Eigentümern bereits heute und zukünftig intensiv beratend zur Sei-te. Die baurechtlichen Möglichkeiten und ggf. Änderungen des Planungsrechts werden geprüft. Die Bereitschaft sowohl zur Zusammenarbeit als auch zur Nutzungsänderung muss jedoch vom Eigentümer ausgehen. Dies gilt auch für die Entwicklung in der Hugenottenstraße, wo in vielen Ladengeschäften Generationswechsel anstehen.

Im Zuge der Planungen zum Zentrum wurden bereits mögliche Änderungen in der innerstädtischen Verkehrsführung diskutiert. Eine Ausweitung der Fußgängerzone in der Hugenottenstraße wird – mit Blick auf zahlreiche Städte, die ihre Fußgängerzonen zugunsten der Erreichbarkeit des Einzelhandels reduzieren – als nicht erstrebenswert angesehen.

Die Parkplatzliste ist in dieser Form nicht mehr zeitgemäß und wird mit dem Relaunch von der Homepage genommen. Hier ist eine Google Map geplant, in welche wir die innerstädtischen öffentlichen Parkmöglichkeiten einpflegen werden. Parkmöglichkeiten auf Privatgrundstücken werden von uns mit Sicherheit nicht veröffentlicht.

Das Leerstandskataster ist auf dem aktuellen Stand. Über in der Zukunft ggf. oder evtl. kommende Leerstände von Privatimmobilien kann keine Aussage getroffen werden. Oftmals wollen dies Privateigentümer auch nicht. Seitens der Wirtschaftsförderung werden diese (sofern bekannt) immer angesprochen und die Unterstützung angeboten.
Bzgl. der Übersicht über die öffentlichen Grünflächen in der Stadt ist folgendes anzumerken:

o Die Aufgabenstellung ist zu unpräzise:
 Welche öffentlichen Grünflächen sind gemeint?
 Soll die Übersicht tatsächlich jede Grünfläche, jedes einzelne Pflanzbeet, jede Baumschiebe usw. enthalten oder sollen nur die größeren prägnanten Grünflächen aufgeführt sein?
Soll die Übersicht auch die Spielplätze und Friedhöfe, sowie die Freizeit und Sportanlagen einschließen?
Wie soll die Übersicht aussehen? Soll es eine Auflistung in Tabellenform sein, soll es ein richtiges Kataster sein oder sollen die Grünflächen graphisch erfasst werden und in Form eines GIS aufgearbeitet werden?

o Eine Zusammenfassung der zu pflegenden öffentlichen Grünanlagen ist im Produktdatenblatt zur Kostenstelle 1301-100 enthalten. Ein richtiges Kataster mit einer kartographischen Darstellung existiert nicht. Es gibt lediglich eine händische Erfassung der zu pflegenden Grünflächen in Form von Aufmaßen.

o Haushaltsmittel für die Erstellung eines EDV gestützten Grünflächenkatasters stehen nicht zur Verfügung.

Stadtverordnetenversammlung 14.07.2016

Einstimmiger Beschluss, gemeinsam erarbeitete Beschlussvorlage auf Grund der Anträge von CDU und FDP!!

Beschlussvorschlag:
1. Es wird eine Planungswerkstatt für die Innenstadt Friedrichsdorf durchgeführt, um die Grund-lagen für die zukünftige städtebauliche Entwicklung zu erarbeiten. Die räumliche Abgrenzung umfasst die in Anlage 1 dargestellte Bezugsfläche mit den darin enthaltenen Schwerpunktbe-reichen Goers-Gelände, Landgrafenplatz und Salus-Areal, Rathaus und Umfeld, Lindenstraße sowie Professor-Wagner-Straße und "Milupa-Dreieck".

  1. Für die Teilnahme an der Planungswerkstatt sind vorgesehen: der Bürgermeister, 2 Vertreter/in des Stadtplanungsamtes, der Ortsvorsteher von Friedrichsdorf, der Vorsitzende des Wirtschaftsbeirates, je eine Vertreterin oder ein Vertreter der Fraktionen, des Gewerbevereins, des Handelsverbandes Hessen, des Seniorenbeirats, des Ausländerbeirats, der Jugendvertretung, der Händler im Bereich des Landgrafenplatzes, der Fambinis und des VdK sowie eine Bürgerin und ein Bürger. Zudem sollen für jeden der vier Schwerpunkt-Bereiche zwei Vertreter/innen an der Planungswerkstatt beteiligt werden.

  2. Nach einer Angebotseinholung ist ein geeignetes Büro mit der Moderation und Prozessbetreuung zu beauftragen.

  3. Vor Durchführung der eigentlichen Planungswerkstatt ist ein "Bürgerbrainstorming" durchzuführen, zu dem der Öffentlichkeit Gelegenheit zur Teilnahme gegeben wird.

Ausschuss für Bau, Umwelt und Verkehr 22.03.2017

Vorlage der Verwaltung

I Ablauf
Im Juli 2016 beschloss die Stadtverordnetenversammlung eine Planungswerkstatt für die Innenstadt Friedrichsdorf durchzuführen, siehe DS-Nr. 135/2016 1. Ergänzung. Mit der Moderation und Prozessbegleitung wurde die FIRU mbH, Kaiserslautern, beauftragt.
Am 14.10.2016 fand als Auftakt des Planungsprozesses der Stadtspaziergang mit anschließendem Bürgerbrainstorming im Rathaus statt. Über 100 Interessierte nahmen an dem Rundgang durch die Innenstadt teil und füllten unterwegs an den Stationen und im Sitzungssaal Kommentar-Karten aus. Parallel dazu wurde auf www.stadt25-friedrichsdorf.de Gelegenheit zur Online-Beteiligung gegeben. Zusätzlich zu den beim Brainstorming festgehaltenen Beiträgen sind knapp 150 Anregungen eingegangen.
Für die Besetzung der Arbeitsgruppe wurden Fraktionen und wie beschlossen Vereine/Verbände sowie alle Eigentümer der Grundstücke an der Lindenstraße und an der Professor-Wagner-Straße, dazu die Eigentümer des Lindenhof-Areals, der Salus-Klinik und des Milupa-Dreiecks angeschrie-ben, einen Vertreter zu benennen. Interessierte Bürgerinnen und Bürger konnten sich für die Teilnahme melden. Da deren Resonanz sehr groß war und einzelne Vertreter anderer Interessens-gruppen auf die Teilnahme verzichteten, konnten je drei Bürgerinnen und Bürger zur Planungs-werkstatt eingeladen werden.

Die Zusammensetzung der Arbeitsgruppe kann der Anlage 1 entnommen werden.
Die Planungswerkstatt I fand am 5. November ganztägig statt, der Fokus lag auf der Innenstadt insgesamt. Nach der Begrüßung stellten die 27 Teilnehmer in einer Blitzlichtrunde ihre unterschiedlichen Interessen und Erwartungen dar. Im folgenden Input erläuterte Frau Herz (FIRU mbH) die Ausgangslage und die gesammelten Anregungen. Die Qualitäten und Herausforderungen der Friedrichsdorfer Innenstadt wurden bei den Teilnehmern abgefragt, bevor im zweiten Schritt die Ideen und Wünsche zu den Themenbereichen Wohnen, Stadtgestalt & Freiräume, Verkehr, Einzel-handel & Gastronomie sowie Funktionen gesammelt wurden. Der Tag schloss mit einer Priorisierung der genannten Aspekte ab.
Bei der Planungswerkstatt II am 19. November standen die Schwerpunktbereiche im Mittelpunkt. Nach der Erfassung der räumlichen Voraussetzungen und Restriktionen an den einzelnen Standorten wurden die jeweiligen Entwicklungspotenziale erarbeitet.
Die Ergebnisse des zweiten Tages wurden anschließend ausgearbeitet und am 24. Februar in der Planungswerkstatt III den Teilnehmern als textliches oder zeichnerisches Konzept, teilweise mit Varianten, vorgestellt. Nach Erläuterung und Diskussion stellen sich die Ergebnisse der Planungs-werkstatt Innenstadt wie folgt dar:

II Konzepte
Die Konzepte und Maßnahmen für die Schwerpunktbereiche werden ausführlich in der Ergebnisdokumentation ab Kapitel II (siehe Anlage 2) beschrieben und stellen sich zusammengefasst wie folgt dar:
Rathaus: Der Erhalt des Gebäudes wurde favorisiert. Eine Neugestaltung und Neuordnung der Frei –und Parkplatzflächen wird durch einen Baukörper an der Bahnstraße ergänzt. Das Lindenhof-Areal wird bebaut, eine gemeinsame Zufahrt soll genutzt werden.
Hugenottenstraße/Salus-Areal: Für die Hugenottenstraße werden verschiedene Maßnahmen und Werkzeuge aufgezeigt, mit denen die Themen Identität, Verkehr, Stadtgestalt, Wohn- und Mischstandort in Zukunft angegangen werden können. Auf dem Salus-Areal sollen verschiedene Wohnformen im Vordergrund stehen.

Lindenstraße: Das große Potenzial an innerstädtischen Flächen soll in Zusammenarbeit mit den Eigentümern als Wohnbaufläche entwickelt werden. Der Einzelhandelsbetrieb soll Erweiterungsfläche erhalten. Mit dem Sportverein ist die Erweiterung oder Verlagerung der Turnhalle innerhalb oder außerhalb des Gebiets abzustimmen.

Landgrafenplatz: Durch eine aufgeräumte Neugestaltung wird der Landgrafenplatz seinen vielfältigen Funktionen als zentraler Platz wieder gerecht.

Milupa-Dreieck: Als Verbindungsglied zwischen der Innenstadt und dem Houiller Platz sind verschiedene frequenzbringende Nutzungen gewünscht, die Fläche befindet sich jedoch in Privateigentum.

Professor-Wagner-Straße: Die Entwicklung einer Randbebauung mit Wohnnutzung, ergänzt durch Dienstleistungen, vervollständigt die Stadtstruktur.

Goers-Gelände: Die große Mehrheit der Planungswerkstatt-Teilnehmer hat sich für die Vorzugsvariante mit Bebauung an der Wilhelmstraße und einem reduzierten innenliegenden Stellplatzangebot (ca. 20) ausgesprochen.

III Ausblick
Die Ergebnisse der Planungswerkstatt Innenstadt sollen für die weitere städtebauliche Entwicklung zugrunde gelegt werden und anhand einer aufzustellenden Priorisierung vertieft bzw. weiter bearbeitet werden.

Im Einzelnen bedeutet dies:

  • Rathaus: Abstimmung mit der Planung Lindenhof, Freiflächenentwurf inkl. Prüfung Parkdeck

  • Hugenottenstraße:
    o Auswahl und Einrichtung eines Mittels zur Sicherung des Erhalts und Weiterentwicklung der Identität (überwiegend auf private Maßnahmen bezogen): Gestaltungsleilinie/-fibel, Gestaltungssatzung, Bau- und Gestaltungsberatung oder Gestaltungsbeirat
    o Erstellung eines Verkehrskonzeptes, ggf. Beschluss über eine Umgestaltung der Straße und Umsetzung der Maßnahmen
    o Erstellung und Beschluss eines Gestaltungskonzeptes, Umsetzung der öffentlichen Maßnahmen, Beratung und Anreiz für private Maßnahmen schaffen (s.o.)
    o Vorbereitung (ggf. mit Gesprächstermin beim Ministerium) und Anmeldung/Einrichtung als städtebauliche Sanierungsmaßnahme oder beim Städtebauförderungsprogramm
    o Betreuung Umnutzung Salusklinik, ggf. Unterstützung des Eigentümers bei Durchführung eines Planungswettbewerbs oder einer Konzeptvergabe.

  • Lindenstraße: vertiefende Planung (inklusiv Einbindung der Eigentümer und des Sportvereins) mit Ziel Aufstellung eines Bebauungsplans und Durchführung eines Umlegungsverfahrens

  • Landgrafenplatz: Vertiefung des Gestaltungskonzepts (ggf. mit Wettbewerb) durch Fach-planer unter Einbindung der Anlieger und Fachämter, Beschluss und Durchführung der Maßnahme

  • Milupa-Dreieck: Weiterführung der Beratung des Eigentümers

  • Professor-Wagner-Straße: vertiefende Planung (inklusiv Einbindung der Eigentümer) mit Ziel voraussichtlich Änderung des Bebauungsplans und Durchführung eines Umlegungsverfahrens

  • Goers-Gelände: vertiefende Planung (inklusiv Einbindung der Anlieger) ggf. mit Durchführung eines Wettbewerbs, Investorensuche, ggf. Aufstellung eines Bebauungsplans

Änderungsantrag der CDU Fraktion dazu:
Nach dem Bericht des Vorsitzenden über das Ergebnis der Beratungen im Ausschuss für Bau, Umwelt und Verkehr und Ende der Aussprache lässt der Vorsitzende zunächst über folgenden Antrag der CDU-Fraktion abstimmen:
Bei der weiteren städtebaulichen Entwicklung des Goersgeländes sind mindestens 60 öffentliche Stellplätze auf dem Grundstück vorzuhalten.
Abstimmungsergebnis:
dafür: 6 dagegen: 24 Enthaltungen: 4
Damit ist der Antrag der CDU-Fraktion abgelehnt.

Die Ergebnisse der Planungswerkstatt Innenstadt sollen gemäß der Sachdarstellung unter C) dar-gestellten Priorisierung
Priorität hoch (Start Umsetzung 2017/2018)
Landgrafenplatz
Hugenottenstraße b) Erstellung eines Verkehrskonzeptes
Hugenottenstraße d) Städtebauförderungsprogramm
Lindenstraße
Priorität mittel (Start Umsetzung in den nächsten Jahren)
Goers-Gelände
Hugenottenstraße c) Gestaltungskonzept
Hugenottenstraße a) Erhalt und Weiterentwicklung der Identität
Priorität niedrig (Start Umsetzung noch nicht terminiert)
Hugenottenstraße e) Betreuung Umnutzung Salusklinik
Rathaus
Milupa-Dreieck
Professor-Wagner-Straße
bearbeitet werden.
Bei der Priorität "Mittel" soll angestrebt werden, diese Maßnahmen insbesondere die Entwicklung des Goers-Geländes bis zum Jahre 2021 zu beginnen.

Stadtverordnetenversammlung 14.09.2017

Sachdarstellung:
A) Einleitung
Nach der erfolgreichen Durchführung der "Planungswerkstatt Innenstadt" von Oktober 2016 bis Februar 2017 wurde im März von der Stadtverordnetenversammlung beschlossen, dass die Ergebnisse der Planungswerkstatt Innenstadt für die weitere städtebauliche Entwicklung zugrunde gelegt werden und anhand einer aufzustellenden Priorisierung vertieft bzw. weiter bearbeitet werden sollen (siehe DS-Nr. 25/2017). Anschließend an die Beratung und den Beschluss der Ergebnisse in den städtischen Gremien wurden diese auf www.stadt25-friedrichsdorf.de veröffentlicht. Zusätzlich fand am 19. Mai die Ausstellungseröffnung mit Präsentation statt.
Bis zum 2. Juni konnten alle Interessierten die Pläne anschauen und ihre Klebepunkte unter "Dieser Bereich... ist mir wichtig und sollte zeitnah umgesetzt werden" oder "... hat für mich keine hohe Priorität" setzen. Diese Abfrage ist natürlich nicht statistisch repräsentativ, gibt aber einen ersten Eindruck:

B) Erläuterung
Die Konzepte und Arbeitsschritte werden in der Sachdarstellung der DS-Nr.25/2017 für alle Schwerpunktbereiche aufgezeigt. Diese werden folgend aufgenommen und in der Erläuterung mit Angaben zu Beteiligten, Aufwand und Dringlichkeit bzw. Abhängigkeiten dargestellt.
I Rathaus
Konzept: Der Erhalt des Gebäudes wurde favorisiert. Eine Neugestaltung und Neuordnung der Frei- und Parkplatzflächen wird durch einen Baukörper an der Bahnstraße ergänzt. Das Lindenhof-Areal wird bebaut, eine gemeinsame Zufahrt soll genutzt werden.
Arbeitsschritte: Abstimmung mit der Planung für die Wohnbebauung Lindenhof, Freiflächenentwurf inklusiv Prüfung des Parkdecks zwecks Aufstockung für das Rathausgelände
Erläuterung: Beteiligt sind der Eigentümer und ein potentieller Bauträger für den Bereich Lindenhof. Bei Maßnahmen auf dem Rathaus-Grundstück sind es die Stadt Friedrichsdorf als Grundstückseigentümer und die Stadtverwaltung als Nutzer, sowie die entsprechenden Fachplaner. Der Aufwand wird für das Lindenhof-Areal niedrig, für das Rathaus-Grundstück mittel bis hoch eingeschätzt.
Die Stadt steht bereits mit dem Eigentümer in engem Austausch bezüglich der Bebaubarkeit des Lindenhof-Areals, hier kann allerdings bei begrenzter Einflussnahmemöglichkeit nur eine Beratung stattfinden. Eine mögliche Aufstockung der Rathaus-Parkdecks ist – wenn statisch machbar – abhängig von einer gemeinsamen Erschließung mit der Wohnbebauung des Lindenhof-Areals. Das Ausstellungergebnis zeigt, dass dieser Bereich bei vielen Interessierten keine hohe Priorität besitzt.
II Hugenottenstraße inklusiv Salus-Areal
Konzept: Für die Hugenottenstraße werden verschiedene Maßnahmen und Werkzeuge aufgezeigt, mit denen die Themen Identität, Verkehr, Stadtgestalt, Wohn- und Mischstandort in Zukunft angegangen werden können. Auf dem Salus-Areal sollen verschiedene Wohnformen im Vordergrund stehen.
Arbeitsschritt a) Auswahl und Einrichtung eines Mittels zur Sicherung des Erhalts und Weiterentwicklung der Identität (überwiegend auf private Maßnahmen bezogen): Gestaltungsleilinie/-fibel, Gestaltungssatzung, Bau- und Gestaltungsberatung oder Gestaltungsbeirat
Erläuterung: Beteiligt sind hier insbesondere die Gebäudeeigentümer und Anlieger. Die Stadt und ggf. Fachplaner sind beratend tätig, wobei auch die Denkmalschutzbehörde einbezogen werden muss. Je nach Wahl des Mittels ist der Aufwand niedrig (z.B. bei informeller Beratung) bis hoch (z.B. bei der Aufstellung einer Gestaltungssatzung). Die Gestaltungsberatung zu privaten Maßnahmen muss im engen Zusammenhang mit den Arbeitsschritten b) und c) gesehen werden. Bei Aufnahme in ein Städtebauförderungsprogramm (siehe d)) könnten auch finanzielle Anreize geschaffen werden.
Arbeitsschritt b) Erstellung eines Verkehrskonzeptes, ggf. Beschluss über eine Umgestaltung der Straße und Umsetzung der Maßnahmen
Erläuterung: Aufgrund des baulichen Zustands der Hugenottenstraße ist ein Sanierungserfordernis in den kommenden Jahren absehbar. Im Zuge der baulichen Sanierung sollte dann auch eine eventuelle Umgestaltung der Straße und weitere Maßnahmen durchgeführt werden.
Hierbei sind die Stadt als Straßenbaulastträger und die entsprechenden Fachplaner involviert. Ein großes Interesse haben aber auch Anlieger und Bürger als Nutzer der Straße. Mit umfangreichen Beteiligungs- und Baumaßnahmen ist der Aufwand hoch einzuschätzen.
Da die Hugenottenstraße sowohl gestalterisch als auch verkehrstechnisch in einer engen Beziehung mit dem Landgrafenplatz (siehe III) steht, wurde bereits eine Verkehrsuntersuchung beauftragt.
Arbeitsschritt c) Erstellung und Beschluss eines Gestaltungskonzeptes, Umsetzung der öffentlichen Maßnahmen, Beratung und Anreiz für private Maßnahmen schaffen (s.o.)
Erläuterung: Auch hier sind als Beteiligte Stadt, Fachplaner, Anlieger und Bürger zu nennen, wobei der Schwerpunkt auf Maßnahmen im öffentlichen Raum liegt. Die Umsetzung steht in engem Zusammenhang mit den Arbeitsschritten a) und b).
Arbeitsschritt d) Vorbereitung (ggf. mit Gesprächstermin beim Ministerium) und Anmeldung/Einrichtung als städtebauliche Sanierungsmaßnahme oder beim Städtebauförderungsprogramm
Erläuterung: Die Kontaktaufnahme mit dem Ministerium hat bereits stattgefunden. Das Förderprogramm „Aktive Kernbereiche“ soll Anfang 2018 neu ausgeschrieben werden. Die Stadt Friedrichsdorf hat mit dem Stadtentwicklungskonzept „Stadt 25+ Friedrichsdorf“ gute Voraussetzungen für eine erfolgreiche Bewerbung. Eine Förderung würde auch den Maßnahmen zu a) bis c) zugute-kommen.
Arbeitsschritt e) Betreuung Umnutzung Salusklinik, ggf. Unterstützung des Eigentümers bei Durchführung eines Planungswettbewerbs oder einer Konzeptvergabe
Erläuterung: Die Umnutzung der Salusklinik ist sowohl zeitlich als auch inhaltlich stark von den bisherigen und zukünftigen Eigentümern abhängig. Eine Beratung erfolgt bereits, darüber hinaus gibt es auf städtischer Seite kaum Einflussmöglichkeiten.

III Landgrafenplatz
Konzept: Durch eine aufgeräumte Neugestaltung wird der Landgrafenplatz seinen vielfältigen Funktionen als zentraler Platz wieder gerecht.
Arbeitsschritte: Vertiefung des Gestaltungskonzepts (ggf. mit Wettbewerb) durch Fachplaner unter Einbindung der Anlieger und Fachämter, Beschluss und Durchführung der Maßnahme
Erläuterung: Wie von den Gremien im März beschlossen, wurde die Umgestaltung des Landgrafenplatzes als erste Priorität angegangen. Die Fachplaner für Freiraum und Tiefbau haben eine Bestandsaufnahme erstellt und erarbeiten in enger Abstimmung erste Varianten für eine mögliche Neugestaltung. Auf dieser Basis sollen folgend Anlieger, Nutzer und Öffentlichkeit beteiligt werden.
Im Zusammenhang mit einer möglichen Änderung der Verkehrsführung am Landgrafenplatz wurde auch das Verkehrsgutachten für die Hugenottenstraße beauftragt, siehe II b).
Das Ausstellungergebnis zeigt, dass die Hugenottenstraße und der Landgrafenplatz vielen Interessierten sehr wichtig ist und zeitnah umgesetzt werden sollte.

IV Lindenstraße
Konzept: Das große Potenzial an innerstädtischen Flächen soll in Zusammenarbeit mit den Eigentümern als Wohnbaufläche entwickelt werden. Der Einzelhandelsbetrieb soll Erweiterungsfläche erhalten. Mit dem Sportverein ist die Erweiterung oder Verlagerung der Turnhalle innerhalb oder außerhalb des Gebiets abzustimmen.
Arbeitsschritte: vertiefende Planung (inklusiv Einbindung der Eigentümer und des Sportvereins) mit Ziel Aufstellung eines Bebauungsplans und Durchführung eines Umlegungsverfahrens
Erläuterung: Der Bedarf an innerstädtischen Wohnbauflächen ist sehr hoch. Bei den verschiedenen Eigentümern ist, wie die Abfrage vor der Planungswerkstatt gezeigt hat, durchaus Interesse vorhanden.
Der nächste Schritt ist seitens der Stadt, ggf. unter Hinzuziehung von Fachplanern, die Interessenlage konkreter abzufragen und mit dem Sportverein mögliche Optionen zu prüfen. Sollte der Bereich als Wohnbaufläche entwickelt werden, sind die formellen Verfahren einer Bauland-Umlegung und der Aufstellung eines Bebauungsplans durchzuführen.
Das Ausstellungergebnis zeigt, dass dieser Bereich den Interessierten eher wichtig ist.
V Milupa-Dreieck
Konzept: Als Verbindungsglied zwischen der Innenstadt und dem Houiller Platz sind verschiedene frequenzbringende Nutzungen gewünscht, die Fläche befindet sich jedoch in Privateigentum.
Arbeitsschritte: Weiterführung der Beratung des Eigentümers
Erläuterung: Auch wenn das Milupa-Dreieck durch seine zentrale Lage für eine attraktive Nutzung mit Verbindungsfunktion prädestiniert ist, so bleibt seitens der Stadt derzeit nur die Möglichkeit, den Eigentümer weiterhin zu beraten.
Das Ausstellungergebnis zeigt, dass dieser Bereich den Interessierten eher wichtig ist, wobei hier insgesamt am wenigsten Punkte vergeben wurden.
VI Professor-Wagner-Straße
Konzept: Die Entwicklung einer Randbebauung mit Wohnnutzung, ergänzt durch Dienstleistungen, vervollständigt die Stadtstruktur.
Arbeitsschritte: vertiefende Planung (inklusiv Einbindung der Eigentümer) mit Ziel voraussichtlich Änderung des Bebauungsplans und Durchführung eines Umlegungsverfahrens
Erläuterung: Der Bedarf an innerstädtischen Wohnbauflächen ist sehr hoch. Bei den verschiedenen Eigentümern ist, wie die Abfrage vor der Planungswerkstatt gezeigt hat, derzeit eher wenig Interesse vorhanden, die Fläche als Wohnbauland zu entwickeln. Daher wird die vertiefende Planung zunächst zurückgestellt.
Das Ausstellungergebnis zeigt, dass dieser Bereich bei den Interessierten keine hohe Priorität besitzt. Ach hier wurden insgesamt am wenigsten Punkte vergeben.
VII Goers-Gelände
Konzept: Die große Mehrheit der Planungswerkstatt-Teilnehmer hat sich für die Vorzugsvariante mit Bebauung an der Wilhelmstraße und einem reduzierten innenliegenden Stellplatzangebot (ca. 20) ausgesprochen.
Arbeitsschritte: vertiefende Planung (inklusiv Einbindung der Anlieger) ggf. mit Durchführung eines Wettbewerbs, Investorensuche, ggf. Aufstellung eines Bebauungsplans
Erläuterung: Bei einer Umnutzung und Neugestaltung des Goers-Geländes sind neben der Stadt als Grundstückseigentümer, Fachplanern und einem voraussichtlich notwendigen Investor, insbesondere Anlieger, Nutzer und die Öffentlichkeit zu beteiligen.
Da das Gelände von hohem öffentlichen Interesse ist, zentrale städtische Funktionen erfüllen muss und daher auch ein hoher städtebaulicher und architektonischer Anspruch besteht, wird der Verfahrensaufwand als hoch eingeschätzt. Allerdings kann eine zielgerichtete Planung und Entwick-lung nur bei breitem Konsens der städtischen Gremien erfolgen. Derzeit wird die zukünftige Nutzung kontrovers diskutiert, auch wenn das Ergebnis der Planungswerkstatt eine deutliche Richtung gegeben hat.
Zeitlich sind die weiteren Schritte für das Goers-Gelände zudem hinter der Verkehrsplanung für die Hugenottenstraße anzusetzen, um gegebenenfalls auf eine geänderte Verkehrsführung und Gestaltung des Straßenraums (auch Parkplätze betreffend) reagieren zu können.
Das Ausstellungergebnis zeigt, dass dieser Bereich sehr vielen Interessierten sehr wichtig ist und zeitnah umgesetzt werden sollte. Hier wurden mit Abstand am meisten Punkte gegeben.
C) Priorisierung
Aus den obigen Ausführungen ergibt sich folgende Priorisierung:

Priorität hoch (Start Umsetzung 2017/2018)
Landgrafenplatz
Hugenottenstraße b) Erstellung eines Verkehrskonzeptes
Hugenottenstraße d) Städtebauförderungsprogramm
Lindenstraße

Priorität mittel (Start Umsetzung in den nächsten Jahren)
Goers-Gelände
Hugenottenstraße c) Gestaltungskonzept
Hugenottenstraße a) Erhalt und Weiterentwicklung der Identität

Priorität niedrig (Start Umsetzung noch nicht terminiert)
Hugenottenstraße e) Betreuung Umnutzung Salusklinik
Rathaus
Milupa-Dreieck
Professor-Wagner-Straße

Stadtverordnetenversammlung 01.03.2018

Sachdarstellung:
Der Landgrafenplatz war ein Schwerpunktbereich der 2016/2017 mit großer Bürgerbeteiligung durchgeführten „Planungswerkstatt Innenstadt“. Seine Neugestaltung wurde mit der Priorität "hoch"; eingestuft (siehe DS-Nr. 25/2017 und 95/2017).
Basierend auf der Grundidee der "aufgeräumten Neugestaltung" aus der Planungswerkstatt und in Abstimmung mit den verschiedenen Fachplanern und -ämtern hat ein Freiraumplanungsbüro einen Vorentwurf für die Neugestaltung erstellt. Hierbei wurden neben den gestalterischen Anforderungen u.a. auch die topografischen Gegebenheiten, die Ansprüche der verschiedenen Nutzergruppen und die leitungstechnischen Vorgaben einbezogen.

Entscheidend für die Qualität der Neugestaltung ist die Sperrung des Landgrafenplatzes für den motorisierten Verkehr, da die derzeitige Fahrbahn sowohl als Fläche für Nutzungen als auch im baulichen Zusammenhang stark platzwirksam ist.

Kernpunkte der Neugestaltung
Mit der Neugestaltung des Landgrafenplatzes werden im Wesentlichen folgende Ziele verfolgt:
- Der Landgrafenplatz soll in seiner Funktion als Verteiler und Zentrum, insbesondere für Fußgänger und Radfahrer, gestärkt werden.
- Die Aufenthaltsqualität für verschiedene Bevölkerungsgruppen ist wesentlich zu verbessern.
- Ein gutes Platzangebot für den Wochenmarkt und die verschiedenen Veranstaltungen ist zu schaffen bzw. zu erhalten.
- Besondere Berücksichtigung findet die Topografie, um sowohl eine möglichst barrierearme Querung des Platzes als auch eine möglichst barrierearme Erreichbarkeit der Geschäfte zu erreichen.

Durch die Neugestaltung wird der Landgrafenplatz wesentlicher Teil eines attraktiven Stadtzentrums, was auch zur Stärkung des Einzelhandels beiträgt.

Eckpunkte des Vorentwurfs:
- Die Sperrung für den motorisierten Verkehr erfolgt ab der Bäckerei Hembd, sodass die gesamte Platzfläche gestaltet und genutzt werden kann.
- Neben großzügigeren Platzflächen ist ein wesentliches Element die zentrale Anlage mit Sitzstufen, Bäumen und Aufenthaltsbereichen inklusiv einer Außengastronomiefläche für die Bäckerei Moos.
- Zusätzliche Flächen für Außengastronomie werden vor dem Café Central und der Bäckerei Hembd angelegt.
- Die Anordnung verschiedener platzrelevanter „Einrichtungen“ wie z.B. Briefkasten, Ladesäule, Fahrradständer etc. erfolgt geordnet am Rand des Platzes.

Rahmenbedingungen Kanal und Verkehr
Wie in der Mitteilung 8142/2017 zum Vorgehen beschrieben, wurde neben der Gestaltung des Platzes u.a. die Untersuchung des Kanal- und Leitungsbestands beauftragt. Ebenso hat ein Fachbüro die Verkehrsbelastung auf dem Landgrafenplatz und im umgebenden Straßennetz, auch unter der Fragestellung, ob der Landgrafenplatz für den motorisierten Verkehr gesperrt werden könnte, geprüft.

Kanalbestand
- Der Landgrafenplatz wird von zahlreichen Leitungen durchquert: Strom, Telekom/Unitymedia, Versatel, Gas, Wasser und zwei parallel laufende Mischwasserkanäle.
- Insbesondere die vier großwüchsigen Platanen stehen zu dicht an den Leitungen und beschädigen diese durch ihr Wurzelwerk.
- Die Schmutzwasserkanäle werden in die Schadenklassen 4 und 5 eingestuft, d.h. eine kurzfristige Sanierung ist notwendig. Die Vielzahl an Hausanschlüssen ist in einem schlechten Zustand.
Der bauliche Zustand der Kanäle macht eine umfassende Neuverlegung notwendig. Dabei werden auch die Platzbegrünung und weitere Leitungen aufeinander abgestimmt und neu geordnet.

Verkehrsuntersuchung
- Von den ca. 500 erfassten Kfz-Fahrten/Tag sind ca. 90 % Ziel- und Quellverkehr zu den öffentlichen und privaten Stellplätzen, es gibt kaum Durchgangsverkehr.
- Buslinien sind nicht betroffen.
- Ca. 250 Radfahrer/Tag benutzen den Landgrafenplatz.

Der Landgrafenplatz soll für den motorisierten Verkehr gesperrt werden: Aus Richtung Bahnstraße ab der Bäckerei Hembd, aus Richtung Friedrich-Ludwig-Jahn-Straße auf Höhe des Café Central. Das innerstädtische Verkehrsnetz kann die Verlagerung des Verkehrs aufnehmen. Der Anliegerverkehr wird gewährleistet und geregelt. Ein hoher Zuwachs an Qualität für die Fußgänger ist möglich.

Bauablauf
Der Umbau des Landgrafenplatzes ist für 2019 geplant. Es wird mit einer Dauer von ca. 40 Wochen gerechnet. In dieser Zeit muss der Wochenmarkt verlegt werden. Begonnen wird mit dem Mischwasserkanal und den verschiedenen Leitungen, auch die Hausanschlüsse werden in diesem Zug neu verlegt. Die Platzoberfläche wird in mehreren Abschnitten erneuert, um die Zugänglichkeit zu den Geschäften bestmöglich zu erhalten. Behinderungen werden jedoch unvermeidlich sein.

Die Hausanschlusskosten für den Kanal belaufen sich ca. 1.000 bis 1.400 € plus ggf. 200 bis 250 € je Meter Leitung. Die Kosten sind abhängig vom Ausschreibungsergebnis und müssen von den Hauseigentümern getragen werden.

Der Abschnitt zwischen der Bahnstraße und der Bäckerei Hembd soll ebenfalls mit ausgebaut wer-den. Diese Bauzeit ist in den o.g. 40 Wochen nicht berücksichtigt.

Beteiligung der Anlieger
Im Januar 2018 wurde allen anliegenden Grundstückseigentümern und Vertretern der IG Hugenottenstraße der Vorentwurf vorgestellt. Viele begrüßen die Neugestaltung ausdrücklich.
Folgende Anregungen können aufgenommen werden:
- Ein langfristiger Erhalt des Marktbetriebs auf dem Landgrafenplatz.
- Die Beseitigung von Unebenheiten und (soweit möglich) Vermeidung von Stufen im Eingangsbereich von Geschäftsräumen, sowie die Schaffung von Sitzgelegenheiten.
- Außenflächen für Gastronomie und Geschäfte werden erhalten/erweitert.
- Zufahrtsrechte und Anlieferverkehr werden geregelt.
- Der Vorschlag, die wegfallenden Stellplätze durch eine Einbahnregelung der Bahnstraße ab Einfahrt Rathaus-Parkplatz und dortiger Anordnung neuer Stellplätze zu ersetzen, wird geprüft.
- Der Vorschlag, während der Bauzeit den Wochenmarkt auf das Goersgelände zu verlegen, wird geprüft.
- Die Stadt bleibt in engem Kontakt mit den Anliegern, Baumaßnahmen am Schnittpunkt von privat und öffentlich werden eng abgestimmt.

Teilweise wird in die Planung einbezogen:
- Begrünung des Platzes 
Der Platz erhält in Abstimmung mit dem Tiefbau und den Nutzungen eine angemessene Begrünung.
- Anbringung von Spielgeräten 
Auch für Kinder soll ein Angebot geschaffen werden.
- Vergrößerung des Fußgängerbereichs vor dem Standesamt, um die Autofahrer zu animieren, nicht die Kurve zu schneiden. 
Dieser Bereich soll in die erweiterte Planung aufgenommen werden, s.o. Vorschlag zur Einbahnstraßen-Regelung.

Folgenden Anregungen kann nicht gefolgt werden:
- Auf eine Umgestaltung verzichten 
Die Neugestaltung wurde mit breitem politischen und bürgerlichen Konsens beschlossen.

  • Beibehaltung der Verkehrsführung oder eine Einbahnstraße über den Landgrafenplatz und vollständiger Erhalt der Parkplätze 
    Der Gewinn an Gestaltungs-, Aufenthalts- und Nutzungsqualität spricht deutlich für die Sperrung des Landgrafenplatzes für den motorisierten Verkehr.

  • Installation von (Glas-)Pavillons für Gastronomie 
    Aufgrund der begrenzten Platzfläche würde eine Installation von Pavillons unverhältnismäßig viel Raum einnehmen und eine flexible Nutzung für den Wochenmarkt und die Veranstaltungen erschweren.

Weitere, konkret Einzelne und nicht die Platzgestaltung betreffende, Anregungen wurden aufgenommen.

Weiteres Vorgehen
Der Vorentwurf zur Neugestaltung des Landgrafenplatzes ist Grundlage für die Beteiligung der Öffentlichkeit vom 9. bis 19. März 2018. Als Auftaktveranstaltung wird der Vorentwurf allen Interessierten am Freitag, den 9. März vorgestellt: um 16.00 Uhr vor Ort auf dem Landgrafenplatz, um 17.30 Uhr und 19.00 Uhr im großen Sitzungssaal, Rathaus Friedrichsdorf. Anschließend werden die Pläne bis zum 19. März im Foyer (1. OG) des Rathauses und online auf www.stadt25-friedrichsdorf.de ausgestellt. Es wird die Möglichkeit geben, Rückmeldungen und Ideen zum Vorentwurf sowohl vor Ort als auch online zu geben.
Der darauf folgend überarbeitete Entwurf soll im April 2018 als Basis für die Ausführungsplanung beschlossen werden. Der Baubeginn ist für 2019 angesetzt.

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